Mit Lästereien im Büro souverän umgehen – 5 Tipps mit Formulierungsbeispielen

“Schon gehört? …“ – An jedem Arbeitsplatz gibt es sie: Die Lästermäuler. Was viele unterschätzen: Das fiese Tuscheln ist nicht harmlos, sondern kann Vertrauen nachhaltig zerstören und ganze Teams spalten. Doch wie kannst du reagieren, wenn du plötzlich mitten drinstehst – ohne selbst zum Opfer oder Außenseiter zu werden? Hier erfährst du 5 Strategien samt konkreten Formulierungsbeispielen, die dir helfen, souverän und respektvoll deine Grenzen zu schützen.

von Charlotte Clarke, 28. August 2025 um 16:17

Warum Lästern schnell toxisch werden kann

Du hast es garantiert auch schon erlebt. Du kommst in die Teeküche, und dein:e Kolleg:in kann es kaum erwarten, dich mit brandheißem Gossip zu überschütten. Obwohl du überhaupt nicht danach gefragt hast (und auch eigentlich gar nicht wissen wolltest, wer auf dem Team-Event mal wieder mit Praktikanten rumgeknutscht hat).

Oft versuchen wir, dieses ungute Gefühl, das dabei entsteht, in Lästereien und Getuschel hineingezogen zu werden, zu rationalisieren und als “harmlosen” Smalltalk abzutun. 

Dabei sollten wir die Wirkung nicht unterschätzen: Lästern im Büro ist kein „Ventil“, das Druck herausnimmt, sondern ein Gift, das langsam in die Teamkultur sickert. Denn wenn eine Team-Atmosphäre entsteht, in der mehr übereinander statt MITeinander gesprochen wird, kann das sehr belastend werden. Übermäßige Lästereien können das gegenseitige Vertrauen im Team untergraben, Konflikte verschärfen und das Arbeitsklima nachhaltig vergiften.

Für Betroffene ist es besonders schmerzhaft, wenn sie erfahren, dass hinter ihrem Rücken respektlos über sie gesprochen wird. Aber auch für jene, die unfreiwillig in solche Gespräche hineingezogen werden, entsteht ein Dilemma

Wer mitmacht, beteiligt sich am unfairen Verhalten.
Wer widerspricht, läuft Gefahr, selbst Zielscheibe oder ausgegrenzt zu werden.
Und wer schweigt, sendet das Signal, dass das Verhalten toleriert wird.

Die gute Nachricht: Es gibt Wege, wie du dich souverän und respektvoll aus dieser Dynamik lösen kannst, ohne dich selbst zur nächsten Zielscheibe der Gossip Girls und Boys zu machen. 

Die folgenden fünf Tipps zeigen dir, wie das gelingt – mit ganz konkreten Formulierungsbeispielen, die dir bei der nächsten Lästerrunde helfen, die passenden Worte zu finden.

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Tipp 1: Klar Haltung zeigen

Menschen, die lästern, suchen eigentlich nach Zugehörigkeit und Zustimmung. Allerdings auf eine Art und Weise, die Schaden anrichtet. Eine Grenze zu ziehen und dich an solchen Gesprächen nicht zu beteiligen, unterbricht die Dynamik. Das erfordert selbstverständlich zu Beginn Mut, gleichwohl gewinnst du an Glaubwürdigkeit und förderst eine Arbeitsatmosphäre, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Um eine klare Haltung zu zeigen, musst du die Lästermäuler nicht offen kritisieren oder ihnen vor den Kopf stoßen. Im Gegenteil: Wenn du respektvoll bleibst, dich weiter offen für Kommunikation zeigst und dein Gegenüber das Gesicht wahren kann, vermeidest du negative Gegenreaktionen. Die Message sollte sein: “Ich tausche mich gerne mit dir aus, aber ich lästere mit dir nicht über andere.” Ein kurzer, klarer Satz reicht völlig.

💬 Formulierungsbeispiele:

  • „Ich möchte mich daran nicht beteiligen.“
  • „Mir ist wichtig, dass wir respektvoll über Kolleg:innen sprechen.“
  • „Das passt für mich nicht, ich möchte keine negativen Gespräche über andere führen.“
  • „Ich empfinde es nicht als fair, wenn die Person nicht dabei ist.“
  • „Lass uns das Thema wechseln – es fühlt sich für mich nicht richtig an.“

Tipp 2: Das Gespräch umlenken

Du musst nicht zwingend mit einer harten Abgrenzung reagieren. Eine sanftere Möglichkeit ist es, das Gespräch aktiv in eine andere Richtung zu lenken. Dadurch machst du deutlich, dass du am Lästern nicht interessiert bist, ohne dass eine Front entsteht. Oft reicht schon ein Themenwechsel, um die Dynamik zu unterbrechen.

💬 Formulierungsbeispiele:

  • „Lass uns lieber über etwas anderes sprechen – wie läuft eigentlich Projekt XY?
  • „Das ist nicht so mein Thema – was macht eigentlich …?“
  • „Können wir kurz zurück zu dem, woran wir gerade arbeiten?“
  • „Mal eine ganz andere Frage. Habt ihr schon gehört, dass …?“
  • „Ich würde lieber über etwas Konstruktives reden."

Tipp 3: Verständnis zeigen, ohne ins Lästern einzusteigen

Nicht immer stecken hinter Lästereien böse Absichten oder eine toxische Persönlichkeit, sondern häufig Frust, Ärger oder Unsicherheit. Wenn du das Gefühl hast, dass hinter dem Gerede eigentlich ein ungelöster Konflikt steckt, den dein Gegenüber vermeidet, kann es sehr hilfreich sein, für die dahinter stehenden Gefühle Verständnis zu zeigen – ohne selbst ins negative Gerede einzusteigen. Darüber hinaus, kannst du die Person ermutigen, ihren Ärger mit dem/der betreffenden Kolleg:in persönlich zu klären, was auch der gesamten Teamatmosphäre zu Gute kommt.

💬 Formulierungsbeispiele:

  • „Ich verstehe, dass dich das nervt – vielleicht sprichst du die Person direkt darauf an?“
  • „Das klingt schwierig, vielleicht könnt ihr das im Team klären.“
  • „Ich merke, dass dich das beschäftigt – vielleicht gibt es eine Lösung im direkten Gespräch.
  • „Das klingt nach einem echten Problem, aber ich glaube, das sollten die Beteiligten miteinander besprechen.“
  • „Deinen Frust kann ich völlig nachvollziehen. Kannst du dir vorstellen, mit der Person gemeinsam nach einer Lösung zu suchen?”

Tipp 4: Humorvoll abfedern

Es gibt auch Situationen, in denen eine konfrontative Reaktion sich unpassend anfühlt. In diesen Fällen kann Humor ein starkes Werkzeug sein, um Gespräche charmant in eine andere Richtung zu lenken. Ein lockerer Kommentar nimmt Lästereien den Nährboden, ohne belehrend oder ablehnend zu wirken. Damit entziehst du der Situation Energie und bewahrst gleichzeitig eine freundliche Stimmung.

💬 Formulierungsbeispiele:

  • „Oh je, bevor wir hier zur Klatschpresse werden, erzähl mir gerne was Schönes vom Wochenende!“
  • „Huch, das wird mir gerade zu viel Seifenoper – lass uns das Thema wechseln.“
  • „Das klingt nach einer XXL-Drama-Version, da halte ich mich lieber raus.“
  • „Oh, da bin ich raus – ich hab schon genug Drama in meiner Lieblingsserie.“
  • „Ich sehe mich eher im Team ‚good Vibes‘ – erzähl mir lieber was Schönes.“

Tipp 5: Eigene Grenzen schützen

Es gibt Situationen, in denen auch kein Themenwechsel, kein Humor und kein Verständnis mehr helfen. Wenn die Atmosphäre dauerhaft toxisch bleibt, bleibt dir nur eins: Die eigenen Grenzen klar zu schützen. Das bedeutet, offen zu kommunizieren, dass solche Gespräche nicht guttun, und sich gegebenenfalls auch bewusst aus ihnen zurückzuziehen. Das kann zunächst herausfordernd wirken, stärkt aber die eigene Position und zeigt deutlich, dass du für eine gesunde Teamkultur einsteht.

💬 Formulierungsbeispiele:

  • „Ich merke, dass mich solche Gespräche runterziehen – deshalb halte ich mich da raus.“
  • „Mir ist ein offenes und wertschätzendes Miteinander wichtig, deswegen möchte ich solche Themen nicht vertiefen.“
  • „Das fühlt sich für mich nicht gut an, deswegen möchte ich nicht mitreden.“
  • „Ich brauche ein Umfeld, in dem wir konstruktiv miteinander sprechen – deswegen klinke ich mich hier aus.“
  • „Solche Unterhaltungen kosten mich eher Energie – ich steige deshalb aus.“

Fazit

Lästern am Arbeitsplatz ist weit mehr als ein harmloser Zeitvertreib. Es vergiftet die Atmosphäre, zerstört Vertrauen und kann das Miteinander auf Dauer massiv belasten. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass du als Zuhörer:in hilflos bist oder zum/zur Mitläufer:in werden musst. Mit Klarheit, Empathie und Humor kannst du souverän reagieren – ohne dich selbst ins Abseits zu manövrieren. So trägst du aktiv dazu bei, dass dein Arbeitsumfeld respektvoller, gesünder und professioneller wird.

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